Rezension Das weiße Haus sieht schwarz

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Das weiße Haus sieht schwarz (2003) ist eine dieser Komödien, die zwar komplett überdreht wirken, aber gleichzeitig einen überraschend ernsten Kern haben. Die Geschichte rund um Mays Gilliam, der völlig unerwartet zum Präsidenten der Vereinigten Staaten wird, lebt vor allem von ihrem Humor, den absurden Situationen und dem Charisma der Hauptfigur. Viele Gags sind typisch für die frühen 2000er – manchmal etwas albern, manchmal genial getroffen. Und die Figur Gilliam ist eine geniale Überzeichnung von Barack Obama, sein Gegner eine geniale Überzeichnung von John McCain. Auch die Wahlkampfhelferin von Gilliam ist klar erkenntlich eine Parodie einer realen Politikerin: Hillary Clinton. 

Interessanterweise ist es eine Geschichte, die sich so 5 Jahre später wirklich zugetragen hat. Der POC Politiker, der für Aufbruch, Hoffnung und alles anders machen steht vs. dem alten weißen Republikaner, der fürs Establishment steht. Genau das war im Grunde genommen die Wahl 2008

Besonders spannend finde ich aber die politische Ebene. Hinter den Witzen steckt eine klare Botschaft: Politik sollte näher an den Menschen sein und nicht nur aus perfekt einstudierten Phrasen bestehen. Mays Gilliam sagt oft das, was andere Politiker sich nie trauen würden. Gerade deshalb wirkt seine Figur trotz aller Überzeichnung erstaunlich sympathisch und authentisch. Denn er ist noch "einer von uns", einer der sich "für den kleinen Mann" einsetzt.

Natürlich merkt man dem Film sein Alter an. Manche Witze würden heute wahrscheinlich anders geschrieben werden, und nicht jede Szene ist gut gealtert. Auch fällt an einer Stelle das N-Wort, das schon damals fragwürdig war und ich an dieser Stelle klar verurteilen möchte. Das N-Wort sollte kein Element sein, über das man sich lustig macht, es ist dazu zu diskriminierend. Trotzdem bleibt die Grundidee aktuell: Wie würde jemand regieren, der kein typischer Berufspolitiker ist, sondern einfach ehrlich und direkt?

Insgesamt ist Das weiße Haus sieht schwarz weit mehr als nur eine alberne Komödie. Der Film verbindet Unterhaltung mit einer politischen Satire, die auch über 20 Jahre später noch zum Nachdenken anregt. Wer Lust auf lockeren Humor mit einer Prise Gesellschaftskritik hat, macht hier wenig falsch.

Bewertung: 8/10 ⭐⭐⭐⭐☆

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