Rezension "Kingsman: The Secret Service" - Manieren machen uns zu Menschen

 James Bond - aber noch britischer! Noch stilvoller! Noch lustiger! 

(C): imdb.com

Es gibt einen seit rund 100 Jahren bestehenden Geheimbund, der sich hinter einem Schneidergeschäft versteckt: die Kingsman. Doch selbst diese Eliteorganisation hat ein Problem, das viele kennen – Nachwuchsmangel. 

Deshalb startet sie im Film "Kingsman: The Secret Service" (2014) ein Auswahlverfahren für neue Agenten. Unter den Bewerbern befindet sich auch Eggsy, ein junger Mann aus schwierigen Verhältnissen, toter Vater, gewalttätiger Schwiegervater. Während die meisten Konkurrenten aus wohlhabenden Familien und Eliteuniversitäten stammen, wächst Eggsy in einem problematischen Umfeld auf. Unterstützung bekommt er ausgerechnet von Harry Hart, einem erfahrenen Kingsman-Agenten, der großes Potenzial in ihm erkennt.

Gleichzeitig taucht ein exzentrischer Milliardär, Richmond Valentine, auf, der vorgibt, die Welt verbessern zu wollen. Hinter seinen großen Versprechen steckt jedoch ein Plan, der weit über gewöhnliche Größenfantasien hinausgeht. Mit seinem enormen Einfluss bringt er immer mehr mächtige Menschen auf seine Seite und entwickelt eine Bedrohung, die die gesamte Menschheit betrifft. Mit dem Ziel die Menschheit auszulöschen und nur seine Freunde überleben lassen. Ob ihm das gelingt? Schaltet ein bei "Kingsman: The Secret Service" und findet es raus!

Doch der Film ist mehr als nur ein weiterer Agentenfilm, er spricht auch einige wichtige Themen an, beispielsweise die mediale Berichterstattung: Die Medien drucken großen Klatsch auf die Titelseiten und die wirklich wichtigen gehen oft unter. Die gleiche Taktik auch bei Corona und der Tiroler Tageszeitung: Immer wenn es etwas großes zu verkünden gab, war eine XXXLutz-Werbung außen rum, als Titelblatt quasi.

Weiters spricht der Film auch noch andere Themen an, von "Was macht einen Gentleman aus" bis hin zum Klimawandel und Klassengesellschaft. Alles in allem eine breite Bandbreite an Themen. Am besten von den ganzen Themen gefiel mir persönlich, dass sie den Klimawandel als so zerstörerisch darstellten, wie er ist, ohne übermäßig in Klimapanikmache zu verfallen.

Der Film ist für seine über 2 Stunden auch recht kurzweilig, die Kampfszenen sind auch alle unterhaltsam. Die Waffen der Guten sind interessant, weil sie kämpfen nicht mit klassischen Maschinenpistolen und ähnlichem, sondern mit Pistolen, die als Regenschirme getarnt sind, und Siegelringen mit Elektroschockfunktion und ähnlichem.

Auch hat der Film einige selbstironische Szenen, denn er nimmt zweimal die klassischen Agentenfilme aufs Korn. Generell schafft es der Film, trotz sehr vieler Kampfszenen, auch sehr, sehr lustig zu sein.

Fazit? Alles in allem ein Film sowohl für Klimaaktivist:innen, als auch für Actionfans. Ein Film für Kampffans, als auch für Fans von Personen mit Stil. Die größte Stärke des Films ist, dass er zwar sehr wohl ein Agentenfilm ist, mit Decknamen, Verbänden und allem was dazugehört, aber gleichzeitig sich immer wieder über die typischen Handlungsstränge lustig macht. Das einzige, was für mich ein bisschen ein Problem war: Er war mir an manchen Stellen zu grotesk. An dieser Stelle ein Spoiler: Ein Kingsman versucht eine Geisel von Valentine zu retten, schafft es auch fast, aber dann wird er von Richmond Valentines Sekretärin mit dem Fuß halbiert. 9/10

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Interview mit Alexander Gamper: "das wichtigste ist dass es eine friedliche Zeit ist und die friedliche Zeit auch auf der ganzen Welt ist und nicht nur bei uns hier."

Schilling: "weil am Ende geht's um die Welt von morgen, die wir heute verhandeln und dort haben wir ein saying"

Kurzrezension Moriarty The Patriot #1