Ostwind - Aufbruch nach Ora (Rezension)
Autorin: Lea Schmidbauer
ISBN: 394091911X
Im Verlag Alias Entertainment am 9.11.2015 erschienen
Rezensionsexemplar: Nein
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| (C): goodreads.com |
Inhaltsangabe:
Mika ist endlich angekommen: Seit einem Jahr wohnt sie nun
auf Kaltenbach, kann Ostwind sehen, wann immer sie möchte und auch Milan, der
jetzt auf einem Hof arbeitet, ist an ihrer Seite. Außerdem ist Mika eine kleine
Berühmtheit. Pferdebesitzer aus ganz Deutschland legen weite Strecken zurück,
um das Therapiezentrum Kaltenbach zu besuchen. Alles könnte perfekt sein. Doch
dann gibt es ein schreckliches Gewitter, ausgerechnet an dem Tag, an dem 34 ihr
Fohlen zur Welt bringt. Danach ist nichts mehr, wie es war ...
Quelle: goodreads.com
Über die Autorin:
Lea Schmidbauer wurde im Dezember 1971 in Starnberg geboren.
Nach einem abgebrochenen Amerikanistik-Studium bewarb sie sich an der
Hochschule für Fernsehen und Film in München, die sie elf Jahre später mit dem
Kurzfilm "Reality Check" abschloss. Gemeinsam mit Kristina Henn
erhielt sie 2007 eine Drehbuchförderung für das Drama "Der rechte
Winkel" und sie schrieben gemeinsam das Drehbuch zu dem Film
"Groupies bleiben nicht zum Frühstück" 2010. Seit 2012 schreiben sie
gemeinsam an den Drehbüchern der "Ostwind"-Filme, deren Romane
ebenfalls zu Bestsellern wurden. Schmidbauer wohnt in München und in einem
kleinen Dorf in Mittelfranken, wo sie als Teilzeitlandwirtin arbeitet.
Quelle: lovelybooks.de
Meinung:
Mika ist glücklich, denn sie hat ihr Ziel erreicht: Auf dem Gestüt Kaltenbach lebt sie mit ihrem Freund Milan, ihrem besten Freund Sam und ihrem Pferd Ostwind. Bei einem Unwetter wird Ostwinds Geliebte 34 verletzt und erliegt diesen Verletzungen. Deshalb machen sich Mika und Ostwind auf eine Reise zur Bewältigung, eine Reise zu Ostwinds Heimatsort Ora in Andalusien. Dort erleben sie ein Abenteuer mit dem andalusischen Stallmädchen Sam und erkennen, dass es in anderen Ländern ähnlich zu geht wie daheim.
Die Geschichte ist recht cool. Denn die Geschichte ist auch
für Antirassismus, da Mika mit den Spanier*innen umgeht, wie mit allen anderen
auch, sie versucht Deutsch zu reden und ist genau so höflich wie mit ihren
Freund*innen vom Gestüt Kaltenbach. Die Geschichte ist recht interessant, da
sie gegen die Schuldfrage spielt. In einer Zeit, wo die meisten Menschen nach
einem Schuldigen für die Situation suchen, ist es wichtig aufzuzeigen, dass es
nicht immer um die Schuldfrage geht, sondern man manchmal auch Geschehnisse
einfach hinnehmen sollte. Aber da würde ich mich zu sehr in eine Gottesrolle
hineinsteigern, das steht aber keinem Menschen zu.
Die Geschichte ist auch gegen Nestlès Idee , aus Wasser Geld
zu machen. Denn der Vater von Sam aus Andalusien, Petros, verkauft sein Land an
die Gemeinde, die es widerum an eine Firma, die Nestlè ähnelt, verkauft. Doch
um das rückgängig zu machen, wurde ein altes Pferderennen wieder veranstaltet.
Es ist sehr gut aufzuzeigen, dass man sich sehr wohl gegen Nestlè wehren kann.
Hoffentlich passiert das auch mal in der Realität.
Die Figuren sind allesamt recht normal, auch wenn es Helden in dieser Geschichte gibt. Da wäre beispielsweise die Protagonistin Mika, die ihr Traumleben hat. Doch sie ist dennoch nicht zufrieden.
Dieses Zitat beschreibt Mika recht gut. Ihre Träume wurden
wahr und machten sie beinahe verrückt. Diese Botschaft an Kinder zu richten,
ist jedoch sehr fragwürdig, da genau Kinder nach etwas streben sollen. Genau
Kindern sollte so etwas nicht als Positiv-Beispiel vorgehalten werden. Aber
Mika hat auch andere seltsame Seiten. Beispielsweise zu Beginn des Buches:
Ostwind und 34 stehen im Stall, Mika kommt rein und holt
Ostwind, weil sie spürt, dass 34 allein sein möchte. Doch das führt
schlussendlich zu 34s Tod. Sie erkennt aber im späteren Verlauf, dass sie
falsch gehandelt hat und das ist auch gut so, da man die Fähigkeit Fehler
zuzugeben lernt.
Mika ist eine komplizierte Person, die weder nur gut noch
nur böse ist. Dadurch wird auch vermittelt, dass kein Mensch nur gut/ nur böse
ist.
Dann wäre da noch Mikas Freundin Fanny. Sie war die meiste
Zeit in Paris, kam jedoch im richtigen Moment und brachte die Idee für das
Rennen als Lösung gegen die Kapitalisierung von Oras Wasser mit. Auch wenn Mika
die Protagonistin ist, ist Fanny die Heldin. Mikas Lösung für schwierige
Situationen ist, rauszufinden, was Fanny täte. Ohne Fanny wäre die ganze
Geschichte ohne Spannungsbogen. Denn das Highlight, das Rennen, kam nur durch
sie zustande. Sie ist die wahre Heldin. Mika ließ 34 sterben, haut mit Ostwind
ab, ohne an das Therapiezentrum und die ganzen armen Pferde zu denken. Doch zum
Schluss lässt Mika Ostwind in Ora, da es ihm in Kaltenbach schlecht ginge. Sie
denkt nicht an das Fohlen, dass ohne Eltern aufwächst, nicht an die Großmutter,
die dadurch 500.000 € verliert. Hauptsache Ostwind geht`s gut. Doch Fanny ist
anders. Sie denkt an alle und schadet keinem, die wahre Heldin.
Das Konzept der Protagonistin als Antagonistin ist
interessant. So etwas sieht man wohl in sonst keinem anderen Buch. Dieses
Konzept ist neu und originell.
Ob es einen Schreibstil gibt, ist fragwürdig, denn es wirkt wie eine Kindergeschichte, die genauso gut aus einer Kinderfeder stammen könnte. Denn es gibt keine komplizierten Satzkonstruktionen, die meisten Wörter sind einfach und keine Fachwörter, wenn das Wort Achluphobie vorkäme, schreibe man Angst vor Dunkelheit statt dem Fachwort Achluphobie.
Fazit? Das Buch war sehr gut, auch wenn die Existenz eines
eigenen Schreibstils fragwürdig ist.

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