Heilung für eine verstörte Republik

Autor: Helmut Brandstätter
Erschienen am 10.8.2022
Bei KREYMAYR & SCHERIAU
ISBN: 9783218013635
Rezensionsexemplar? Ja

Quelle: Verlag


Inhalt:

Die Politik verwundet Menschen. Und Menschen, die die Politik nur als ihr persönliches Spielfeld verstehen, verwunden das ihnen anvertraute Land und die Wähler*innen, die sie einst ins Amt brachten. Die Jahre, in denen die Gruppe um Sebastian Kurz Österreich dominierte, haben das Land und Institutionen wie Justiz, Verwaltung, Parlament und Medien nachhaltig verletzt und die Bürger*innen ausgerechnet in Krisenzeiten gespalten.

Eine unsichere Gesellschaft sucht Heilung. Österreich, das – nicht zum ersten Mal – auf einen großen Blender hereingefallen ist, braucht Orientierung, gerade jetzt, wo ein Krieg ganz Europa bedroht. Die türkise Regierungszeit kann im Idealfall eine Zäsur darstellen: Schluss mit persönlichen Abhängigkeiten, mit der Korruption, mit der Zerstörung von Institutionen. Helmut Brandstätter wagt einen Blick zurück in die politische Geschichte Österreichs und reflektiert persönliche Erlebnisse, um zu zeigen, was in Zukunft geboten ist, um verlorenes Vertrauen in Politiker*innen wiederherzustellen. Denn Show-Politik bereitet das Land auf kommende Krisen nicht vor - und Neutralität allein garantiert keine Sicherheit.
Quelle: goodreads.com


Über den Autor:

geboren 1955, Dr. jur. an der Universität Wien, dann Post Graduate Studium an der Johns-Hop- kins-University in Bologna, 1982–1997 beim ORF in Wien, Bonn und Brüssel als Redakteur, Korrespondent, Hauptabteilungsleiter Politik und Zeitgeschehen und Moderator REPORT, 1997–2003 Chefredakteur und Geschäftsführer n-tv, Berlin, 2003–2005 Mitgründer und Geschäftsführer PulsTV. 2005–2010 Eigentümer einer Beratungs- und Kommunikationsagentur. 2010–2018 Chefredakteur, 2013–2019 Herausgeber des KURIER. Seit 2019 Abgeordneter zum Nationalrat für die NEOS.
Quelle: Verlag


Meine Meinung:

Helmut Brandstätter's "Heilung für eine verstörte Republik" ist eine eindrucksvolle Reise durch die politische Landschaft Österreichs, die nicht nur Probleme kritisiert, sondern auch Lösungen und Ideen präsentiert. Dieses Buch hebt sich durch seine geschichtlichen Einsichten und Insiderinformationen hervor, die den/die Leser:in auf eine faszinierende Reise durch Österreichs jüngste und jüngere Vergangenheit und Gegenwart Österreichs mitnimmt.

Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie Brandstätter historische Aspekte einbindet, um politische Entwicklungen zu erklären. Von den Rücktritten der ersten 7 Plätze der letzten Bundeswahlliste der ÖVP bis zu den Hintergrundgesprächen von Helmut Kohl über die Verteidigung Österreichs in den 1990ern – diese Informationen verleihen dem Buch eine einzigartige Tiefe und ermöglichen es dem Leser, die politischen Veränderungen besser zu verstehen und zu realisieren in welcher Krise wir sind - in einer gestörten Republik.

Die Erzählweise von persönlichen Anekdoten, wie der Geschichte zwischen Kurz und Brandstätter, verleiht dem Buch zusätzlich Spannung und Menschlichkeit. Die Geschichte lief ab wie folgt: 

Helmut Brandstätter war die ehemalige Chefität in der "Kurier"-Redaktion, Sebastian Kurz im Wahlkampf zum Bundeskanzler. Dort bekam er von Sebastian Kurz folgendes mitgeteilt: Der "Kurier", eine eigentlich unabhängige Zeitung, sollte positiv über den Basti berichten. Denn der Kurier sei entweder "Freund oder Feind". An der Kritik an solchen Aktionen merkt man spürbar die Leidenschaft des Autors für die Politik und sein Engagement für die Demokratie.

Allerdings gibt es einige Aspekte, die verbessert werden könnten. Das österreichische Sozialsystem basiert maßgebend auf der "Kreisky-Zeit". Doch ebendiese Zeit kritisiert Brandstätter. Das wirft Fragen auf, ob er ein anderes Sozialsystem haben möchte. Möglicherweise eines wie in der USA? Zudem sind einige Rechtschreibfehler und die gelegentliche Verwendung der dritten Person im Bezug auf den Autoren selbst im Text störend.

Insgesamt ist "Heilung für eine verstörte Republik" von Helmut Brandstätter jedoch ein empfehlenswertes Buch für jede:n, der sich für Politik und Geschichte interessiert. Es wirkt trotz allem wie ein Medikament auf den kranken Mann in Mitten Europas - die österreichische Demokratie. Mit einigen kleinen Verbesserungen könnte es noch optimiert werden. Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

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