"So kann jeder das Gold des Burgenlands Sonne und Wind nutzen. " - Interview mit Astrid Eisenkopf


Astrid Eisenkopf ist die Landeshauptmannstellverterterin im Burgenland. Ich konnte mit ihr ein Interview führen.

(C): Nicole Pauer


  1. Wie kann man den Neusiedler See vor zu viel Bebauung schützen? 


Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe an Maßnahmen erlassen, die die sensible Region rund um den Neusiedler See noch mehr schützt. Hier arbeiten wir von Seiten des Naturschutzes und Welterbe mit der Raumordnung zusammen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist das regionale Entwicklungsprogramm, das auch fixe Siedlungsgrenzen festlegt. Heruntergebrochen von diesem regionalen Entwicklungsprogramm müssen die Gemeinden örtliche Entwicklungskonzepte erstellen, bevor sie größere, neue Widmungen beschließen. Zudem wurden in einer der letzten Novellen des Raumordnungsgesetzes Unterkategorien für touristische Widmungen eingezogen, um klarere Grenzen beispielsweise zwischen Hotelbauten und Nebenwohnsitzen am See ziehen zu können. Auch Supermärkte sollen künftig nicht mehr am Ortsrand möglich sein.

Große Bauvorhaben müssen auch durch den Welterbe-Gestaltungsbeirat, in dem unter anderem auch Vertreter von ICOMOS, der TU Wien und des Denkmalschutzes sitzen. Da haben wir in der Vergangenheit viele Projekte zu einem Besseren abändern können - Bauvorhaben wurden verkleinert bzw. so gestaltet, dass sie sich mit der natürlichen Landschaft einfügen.


  1. Wie viel Haushalte konnten dank dem Ökoenergiefonds umsteigen? Was fehlt auf die 100%?

Wir haben seit dem Beginn der Förderaktion "Raus aus Öl bzw. Raus aus Fossil" rund 3029 Heizsysteme mit unserer Landesförderung umgestellt. Wobei es im Neubau kaum zum Einsatz von fossilen Energieträgern kommt. Auch der burgenländische Energieversorger bietet mit diversen Mietmodellen einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg von fossiler Energie und zu mehr Energieunabhängigkeit. 


3. Als zuständige für Tierschutz wüsste ich gerne, ob Sie selbst vegetarisch oder vegan sind

A. Weiters wüsste ich in dem Zusammenhang, was Sie von der Initiative Veggie Day der Stadt Wien halten.

Ich ernähre mich weder rein vegetarisch noch rein vegan. Ich liebe es ausgewogen zu kochen und ab und an kommt bei mir auch ein Schnitzerl auf den Teller. Wir planen im Burgenland gerade selbst einen freiwilligen Veggie Day mit den Ökolog-Schulen einzuführen. 


5. Als Zuständige für Staatsbürgerschaftsangelegenheiten wüsste ich gerne, ob man den Zugang erleichtern sollte.

Die Erlangung der Staatsbürgerschaft ist ein hohes Gut. Damit sind nicht nur Rechte sondern auch Pflichten verbunden, die es gilt einzuhalten. Die geltenden Regelungen betreffend der Aufenthaltsdauer und inhaltlichen Anforderungen sollten nicht geändert werden. Was die Senkung der Kosten für die Erlangung der Staatsbürgerschaft betrifft, kann diskutiert werden.


a.      Weiters wüsste ich in dem Zusammenhang gerne Ihre Meinung zu Doppel-Staatsbürgerschaften

Es ist verständlich, dass BürgerInnen einerseits die Staatsbürgerschaft ihres Herkunftslandes aufgrund der Verbundenheit zu ihrer Heimat nicht aufgeben wollen und andererseits nach jahrelangem, dauerhaften Aufenthalt und Lebensmittelpunkt in Österreich auch zu Österreich diese Verbundenheit haben. Die bestehenden Möglichkeiten für die Doppelstaatsbürgerschaft können unter Maßgabe von bestimmten Voraussetzungen erweitert und der Zugang erleichtert werden.


6.       Als Zuständige für Klimaschutz wüsste ich gerne, was das Burgenland für das 1,5° Ziel macht und ob das Burgenland die Klimaziele von Paris einhalten kann.

  1. Weiters wüsste ich gerne was man gegen die langanhaltende Hitze im Burgenland aktiv macht

Klimaschutz hat im Burgenland einen großen Stellenwert. Wir haben mit der Klimastrategie eine Strategie mit einer neuen Zielmaßgabe: bilanzielle Klimaneutralität 2030

Vier Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit folgenden Teilbereichen:

o Verkehr/Raumplanung

o Gebäude/Heizung

o Biodiversität, Agrar, Nachhaltigkeit

o Energie, Erneuerbare Energie, Energieeffizienz

In Summe rund 35 Experten haben 120 Einzelmaßnahmen definiert werden, die den Weg zur bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 ermöglichen sollen.

Um unter anderem auch den Prozess der Umsetzung der Klimastrategie 2030 auch zukünftig zu begleiten, soll ein wissenschaftlicher Beirat gegründet werden, der der Landesregierung als beratendes Gremium für die Themen der nachhaltigen Entwicklung zur Verfügung steht. Dieses Gremium soll interdisziplinär von Fachexperten besetzt sein und sich mit konkreten Fragestellungen auseinandersetzen und Empfehlungen für Herausforderungen erarbeiten.


8.       Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel?

In dieser Reiheinfolge 😉


9.       Bier oder Wein?

Als Burgenländerin spreche ich mich hier ganz klar für den burgenländischen Wein aus. 


10.    FC Bayern München oder Dortmund?

Mein Herz schlägt für den ASV Steinbrunn. 


11.    Natur- oder Umweltschutz?

Das schließt sich nicht aus. Es müsste eher heißen Natur- UND Umweltschutz! 


12.    Pumpenpeter oder „Wasserstofflisl“?

Im Burgenland wollen wir die Energiewende jeder Burgenländerin und jedem Burgenländer ermöglichen. Im Burgenland setzen wir beim Heizen auf Wind und Sonne aus dem Burgenland statt auf Öl und Gas aus dem Ausland. Mit dem Pumpenpeter kann sich jeder sofort unabhängig von den internationalen Energiepreisen machen, Geld sparen und das Klima schützen. So kann jeder das Gold des Burgenlands Sonne und Wind nutzen. Mit dieser Innovation sind wir europaweit Vorreiter und geben eine Antwort auf die internationale Energiekrise.


Vielen Dank fürs Interview!



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