"Erfolg hat immer viele Väter, der Misserfolg hat da einfach nur einen." - Interview mit Friedrich Steiner
Friedrich Steiner ist Bürgermeister von Ramsau. Ich konnte mit ihm ein Interview führen.
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| Quelle Foto: Friedrich Steiner |
1.
Was
sind Ihre Pläne als Privatperson und als Politiker für 2023?
Als Privatperson: Ich
bin ja an und für sich mittlerweile in Pension und Bürgermeister mache ich so
ziemlich hauptberuflich. Privat zählt die Familie und Freunde. Wichtig ist auch
auf die Gesundheit zu achten. Für die
Gemeinde haben wir große Vorhaben mit dem Neubau einer Volksschule mit einer
Turnhalle und einem Probelokal für die Musik. Daneben der weitere Ausbau von
Glasfaser in der Gemeinde, wo nicht mehr viel fehlt, aber einige Ortsteile
phasenweise zu erschließen sind. Ansonsten das ganz normale Programm.
Kommunikation mit den Vereinen, Vereinsförderung und Familien, die man in
dieser Krisenzeit unterstützt, und in engem Kontakt mit der Bevölkerung steht.
Das sind meine Hauptagenden, 2023 und auch darüber hinaus.
2.
Was
würden Sie als Ihren größten Erfolg bezeichnen?
Erfolg hat immer viele
Väter, der Misserfolg hat da einfach nur einen. Als Bürgermeister bin ich auf
den Gemeinderat angewiesen, ich bin ein Teamworker, alleine entscheide ich
nichts. Aber ich glaube die Summe der Entwicklungen, die wir in Ramsau in den letzten 13 Jahren erreicht haben, wo
ich Bürgermeister bin, haben wir uns relativ stark weiterentwickelt, neue
Gewerbegebiete eröffnet, neue Betriebe angesiedelt. Das sieht man bei uns an
der Kommunalsteuer.
3.
Wie
sind Sie zur Politik gekommen?
In einer gewissen
Weise habe ich politisches Blut in mir. Mein Vater war 24 Jahre Bürgermeister,
mein Großvater war auch Bürgermeister. Daher bin ich an der Seite eines
Bürgermeisters aufgewachsen, es hat mich immer interessiert. Nur war es nicht
in meiner Lebensplanung drin. Ich wurde 2010 gefragt ob ich mir mit einer neuen
Gruppierung das Antreten bei der Gemeinderatswahl vorstellen kann. Da habe ich
zugesagt, der Erfolg hat uns Recht gegeben.
4.
Als
nächstes möchte ich gerne mit Ihnen über ein paar politische Themen sprechen: Wie
macht man Ramsau fit für Digitales?
Fit für die
Digitalisierung; Ich denke, da wir nicht nur eine reine Landgemeinde sind,
sondern auch viel Industrie, Gewerbe und Handel haben und auch Tourismus da
haben in der Digitalisierung, wenn man da das Glasfaser meint, gut aufgestellt.
Viele Betriebe sind bereits angeschlossen. Der Ausbau findet laufend statt. Ohne
Glasfaser wird es in Zukunft nirgends mehr gehen.
5.
Wie
macht man Ramsau fit fürs Klima?
Wie man Ramsau für die
Klimaziele fit macht? Ich bezweifle, dass man alles hinbringt, was man sich da
wünscht, weil ich denke mir, wir werden in einer gewissen Weise von Öl und Gas
nicht wegkommen, den Strom nicht in dem Maße herbringen wie wir ihn brauchen
würden. Wir sind dabei, wir haben zum Teil unsere Gemeindeautos auf
Elektromobilität umgestellt, fördern seit vielen, vielen Jahren schon bei der
Bevölkerung die Anschaffung von E-Rädern, E-Rollern, E-Mopeds, Elektro-Autos. Da sind wir übrigens eine von
wenigen Gemeinden in Tirol, die das selbst fördern. Photovoltaik fördern wir
mit 250€/kwp und insgesamt 7 kwp
6.
Wie
kann man in Ramsau die medizinische Versorgung sicherstellen?
Wie man des schafft:
Wir haben ein Ärztehaus da, das sehr viele Themen schon abdeckt. Generell fehlt
in Zillertal ein Kinderarzt, da tun sich alle Gemeinden schwer. Man hört es in
den Medien auch, dass niemand mehr bereit ist als Facharzt aufs Land hinaus
zugehen. Wir sind aber immer mit Ärzten in Kontakt.
7.
Was
macht man in Ramsau für Mobilität?
Wir schauen, dass wir
viele Leute dazu bewegen mit der Zillertalbahn zu fahren. Vielleicht können wir
den Wasserstoff im Zillertal ansiedeln. Wir sind dabei das voranzutreiben. Da
muss man schauen, dass sich die Beamtenebene auch damit anfreundet und wir eine
der ersten Regionen werden, wo man sich mit Wasserstoff selbst versorgt.
8.
Gibt
es in Ramsau Korruption? Was kann man gegen Korruption machen?
Wenn Sie die Gemeindeverwaltung
meinen, da gibt es keine Korruption.
9.
Was
ist das größte Projekt, das sie in dieser Amtszeit angehen wollen?
Das ist definitiv der
Bau der Volksschule samt Turnhalle und dem Proberaum für die Musik.
Gleichzeitig sind wir dabei die Landstraße auszubauen, dieser Bauabschnitt geht
auch 5, 6 Jahre dahin, wenn man die Genehmigungen alle haben.
10.
Zu
guter Letzt möchte ich mit Ihnen über Themen sprechen, die besonders
Jugendliche interessieren: Was ist das größte Problem von Jugendlichen in
Ramsau? Was kann man als Politiker dagegen tun?
Die allgemeinen Themen
kennen wir ja. Das sind Drogen, das ist, dass viele Jugendliche nicht mehr
wissen, was mit ihrer Zeit anzufangen. Ich bin sehr viel im jugendlichen
Bereich drin, weil wir die einzige Diskothek im ganzen Bezirk haben. Ich bin
bekannt dafür, dass ich vehement dagegen auftrete, dass Jugendliche Drogen
konsumieren. Jugendliche zu animieren in
Vereinen, Organisationen tätig zu werden sehe ich auch als Aufgabe der Politik
an.
11.
Was
würden Sie Schüler:innen als Rat für die Zeit nach der Matura mitgeben?
Man hört es ja von
allen Branchen, der Fachkräftemangel ist ganz eklatant. Und wir haben Jahre
gehabt, jeder muss Matura machen und Studium machen. Heute kommt man drauf,
dass man auch Lehre mit Matura machen kann. Je breiter man sich in den jungen
Jahren rund um die Matura sich aufstellt und je mehr man dazulernt, je besser
ist es für die Zukunft. Generell soll die Jugend vieles ausprobieren und sich
die Welt in jungen Jahren anschauen.
12.
Wie
kann man Jugendliche mehr für Kommunalpolitik begeistern?
Indem man offen auf
die jungen Leute zugeht, dass man sich mit jungen Leuten befasst und als
Bürgermeister in die Schulen hineingeht, auch die 4. Klassen und Lehrlinge in
die Gemeinde einlädt, dass man einfach kommunikativ ist und auf Augenhöhe ist.
Vielen Dank fürs Interview!

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