Interview mit Andrea Klambauer

 Andrea Klambauer ist Landeshauptmann Stellvertreterin und Landesrätin für Wohnbau, Kinderbetreuung, Familien, Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Frauen, Chancengleichheit, Generationen und Integration und Spitzenkandidatin der NEOS für die kommende Landtagswahl in Salzburg. Im Vorfeld der Landtagswahl konnte ich mit ihr ein Interview führen.

© Sarah Baumgartner

1)              Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Ganz aktuell ist es der Gratis-Kindergarten in Salzburg ab April 2023. Jedem Kind die Flügel heben! Damit wird der Kindergarten, als erster Bildungseinrichtung, für alle Kinder zugänglich. Ein wichtiger Schritt zur Chancengerechtigkeit für Kinder und Frauen. Und eine wichtige finanzielle Entlastung für die Salzburger Familien.

2)            Was sind Ihre Pläne für 2023 als Privatperson und Politikerin abgesehen von einem guten Ergebnis bei der Landtagswahl?

Für mich zählt das Weitermachen – für ein spürbar besseres Leben für die Salzburgerinnen und Salzburger. In den letzten Jahren habe ich viel bewegt. Mit jedem dieser Schritte konnte ich das Vertrauen aufbauen, dass Politik gute Veränderungen bringen kann. Diesen Weg möchte ich weitergehen.

3)            Was ist die Rolle von NEOS in der Demokratie?

Wir NEOS glauben an den Menschen. An jeden Einzelnen. Und daran, was Menschen eigenverantwortlich leisten können. Unser Versprechen ist eine freie und gerechte Chancengesellschaft. Deshalb sehen wir es als unseren Auftrag, jedem Menschen alle Chancen zu ermöglichen. Heute, und in der Zukunft.

Unser Antrieb sind die Freiheit und die Gerechtigkeit. Unser Auftrag ist die politische Erneuerung Österreichs. Transparenz ist die wichtigste Maßnahme gegen Freunderlwirtschaft und Korruption.

4)            Was ist das größte Problem der Jugendlichen? Wie entgegnen Sie dem politisch?

Dass Jugendliche und ihre Anliegen von den Altparteien nicht ernst genommen werden. Als Jugendlandesrätin bin ich viel im Gespräch mit den Jugendlichen. Dabei setze ich die Maßnahmen um, die die Jugendlichen einfordern. Das ist sowohl direkt in der Jugendarbeit, wie die Programme zur psychischen Gesundheit. Das betrifft aber auch das tatsächliche Erreichen der Klimaziele in meiner Ressortzuständigkeit.

5)            Was ist Ihr Rat für Schüler*innen nach der Matura?

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Matura! Atme durch und genieße den Moment.

Was die Berufswahl betrifft: informiert euch und bildet euch selbst eine Meinung! Ihr kennt euch selbst am Besten und könnt daher auch kompetent eine Entscheidung treffen. Auch die Berufswahl ist keine Entscheidung für immer. Wir stehen Jahrzehnte im Berufsleben, da gibt es auch die Möglichkeit zur Neuorientierung.

6)            Wie kann man Jugendliche beim politischen Engagieren fördern? Wäre  hier die Direktwahl der LSV und BSV eine unterstützende Möglichkeit?

Politische Bildung heißt für mich, dass man versteht, dass es bei jedem Thema unterschiedliche Standpunkte gibt. In den Austausch der Argumente zu gehen und kritisch zu hinterfragen, ist der erste Schritt zu politischem Engagement.

Ich bin überzeugt, dass Jugendliche selbst am besten wissen, wie sie ihre Vertretung wählen wollen. Die Diskussion finde ich gut und richtig.

7)            Wenn Sie ein Gesetz per Dekret erlassen könnten; Was wäre es?

Das wichtigste ist eine Verwaltungsreform. In den letzten Jahrzehnten wurde ein politisches System geschaffen, dass starr und schwerfällig ist. Wo alle zuständig sind, ist niemand verantwortlich. Daher klare Zuständigkeiten und weg mit den Zehnfach-Gleisigkeiten.

8)            Eine Gruppe chinesischer Wissenschaftler fand heraus, dass man  bereits 2024 das 1.5° Ziel erreicht. Daher muss unverzüglich gehandelt  werden. Was sind Ihre Pläne?

„Ziel erreicht“ klingt für mich viel zu positiv, für das was es bedeutet. „Grenze überschritten“ ist da viel passender. Denn die 1,5° Erderwärmung ist ein absolut furchtbares Szenario. In meinem politischen Verantwortungsbereich erreichen wir die Klimaziele. Das bedeutet, dass wir in Salzburg bei den Gebäuden jedes Jahr die Emissionen um 20.000 Tonnen reduzieren. Sanierung ist das Gebot der Stunde. Nicht reden, sondern machen!

9)            Was sind Ihre Pläne gegen die Teuerung insbesondere wegen dem erhöhten Bierpreis?

Die hohe Abgaben- und Steuerquote in Österreich lässt den Menschen immer weniger Geld zum Leben. Wir hören zwar immer von Entlastungspaketen, doch Fakt ist, dass die Belastung in Form der zu errichtenden Abgaben immer höher wird. Arbeit wird einfach viel zu hoch besteuert.

„Mehr Netto vom Brutto“ ist daher die wichtigste Forderung. Denn es geht nicht nur um ein Produkt, sondern um die steigenden Lebenshaltungskosten insgesamt.

10)         Was sind Ihre Pläne gegen Korruption hinsichtlich auf den Pflegeskandal?

Der Kampf gegen Korruption ist uns insgesamt ein sehr wichtiges Anliegen. „Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel“, das bedeutet, dass Transparenz die wichtigste Maßnahme gegen Korruption ist. Mir ist besonders wichtig, dass Politiker:innen verstehen, dass nicht das Strafgesetz ihre rote Linie sein darf. Ich lebe entsprechend meinem Anspruch, dass saubere Politik möglich ist.

11)         Wie könnte man dem Fachkräftemangel ohne Integration entgegenwirken?

Es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen: Qualifizierung von Menschen, die keine Berufsausbildung haben. Aktivierung von Menschen, die nicht im Berufsleben stehen, indem arbeiten sich für sie auszahlt. Ermöglichung der gewünschten Berufstätigkeit, indem Kinderbetreuung ausgebaut wird. 



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Schilling: "weil am Ende geht's um die Welt von morgen, die wir heute verhandeln und dort haben wir ein saying"

Interview mit Alexander Gamper: "das wichtigste ist dass es eine friedliche Zeit ist und die friedliche Zeit auch auf der ganzen Welt ist und nicht nur bei uns hier."

Kurzrezension Moriarty The Patriot #1