Interview mit Dominik Wlazny

 

© Gruber


Dominik Wlazny ist Kandidat für die Bundespräsidentschaftswahl mit seiner Partei „Bierpartei“. Ich hatten die Möglichkeit bei einem Besuch von ihm in Innsbruck mit ihm ein Interview zu führen.

1.      Sie wollen ja etwas im Land bewegen. Warum sind Sie dann für die Bundespräsidentenwahl angetreten und nicht als Bundeskanzler?

Weil wir jetzt den Bundespräsidenten wählen und keine Nationalratswahl ansteht.

2.       Und was hat Sie bewegt Kandidat zu werden?

Ich glaube es ist auch Zeit für ein neues Amtsverständnis, ich glaub man braucht das auch in dem Land. Ich glaub die Leute sind sehr müde, weil wir die letzten Jahre sehr viel Krisen durchlaufen haben und das was für mein Empfinden fehlt ist eine unabhängige Person, die auch keine Angst haben muss zwischen die Fronten zu gelangen und keinen Koalitionsfrieden zu stören. Und wenn irgendwo Unrecht geschieht dann kann man das auch deutlich sagen und ich glaub, dass das Amt, das auch hergibt und das es schade ist, dass es eigentlich nicht so wirklich genützt wird.

3.       Welchen Teil der Gesellschaft vertreten Sie eigentlich?

Ich bin ein Musiker aus Wien, ich habe aber auch viele Freunde, die sind Landwirte in Vorarlberg und manche meiner Freunde sind Akademiker und manche meiner Freunde haben eine Lehre gemacht, manche meiner Freunde sind nicht einmal volljährig. Ich kenne viele Leute, die über 80 sind und ihre politische Macht auch nutzen. Ich glaube es gibt keine Wählerschaft, die ich anspreche, sondern entweder man findet das gut oder nicht. Und da schließ ich auch niemanden aus und ich glaube das ist auch der falsche Ansatz, weil nur wenn man das Land zusammenführt kann man bestimmte Krisen überwinden und das ist dann auch gut, wenn man ein offenes Ohr für alle hat und das hab` ich vor und das hab‘ ich auch schon jetzt.

4.      Was ist Ihre Rolle in der Demokratie?

Wir stehen für eine neue unabhängige Bewegung aus dem Volk heraus. Wir haben ein wunderbares, passendes Wahlrecht hier, wo, wenn einer die Unterstützungserklärungen einsammelt, zur Wahl antritt. Das ist eine leiwande Sache und das ist auch wichtig und gut. dass man das hat. Und diesem Recht kommen wir nach. Und ich schreib mir jetzt nichts auf die Fahnen wie „Ich bin der Korruptionsbekämpfer.“ Korruption ist schlecht, aber das muss man nicht extra betonen. Ich will aber auch, dass die Kulturszene am Leben bleibt, in den Krisen, in denen sie sich jetzt befindet. Ich bin Mediziner und finde, dass Klatschen fürs Gesundheitspersonal nicht ausreichend ist, sondern dass man den Leuten Arbeitsbedingungen liefern muss, die nicht komplett „für n Oasch“ sind und das sind die einzelnen Aspekte für die ich steh. Ich finde es auch schlimm, dass in diesem Land 1,4 Millionen Menschen überhaupt nicht zu dieser Wahl gehen dürfen, obwohl sie direkt von den politischen Entscheidungen betroffen sind. Es reden ziemlich viel nicht so gut und deswegen gibt es die Bierpartei, denn wir haben die Meinung, dass es besser geht, und da will ich mich nicht unbedingt in ein Eck stellen, sondern ich steh da, wo ich steh.

5.       Sie sind Bezirksrat in Wien. Was haben Sie dort schon so umsetzen können?

Wir haben in den ersten einendhalb Jahren 340 Anfragen und Anträge abgegeben, die die verschiedensten Themenbereiche, wo wir Ideen hatten, beleuchten und auch Denkanstöße zu geben. Das geht um Kulturförderung. Das geht um Aufenthaltszonen für Jugendliche in der Corona-Pandemie. Das geht um Verkehrsthemen. Und wir haben mit den Kindern von Simmering eine Menschenrechtsfahne designt. Wir haben ein Gewaltpräventionsposter aufgrund des Anstiegs der häuslichen Gewalt in der Corona-Pandemie auch einen Antrag gemacht. Das sind die Ideen, die wir haben. Und natürlich sind wir eine sehr kleine Bewegung. Wir sind in der Kommunalpolitik und ich bin einer von 60 Bezirksräten in Simmering. Da kann man auch nur im Rahmen der Möglichkeiten was tun, aber das haben wir probiert und gemacht und stehen eigentlich erst am Anfang.

6.       Haben Sie ein bestimmtes Streckenpferd, mit dem sie in der Wahl überzeugen wollen?

Ja, ich glaube das ist ein neues Amtsverständnis, ein frischer Wind und das unkonventionelle, das ich ausstrahle. Die anderen Kandidaten sind von Parlamentsparteien kommend und wir sind halt doch sagen wir mal eine Bürgerbewegung. Das unterscheidet mich von den anderen. Und außerdem ist keiner tätowiert.

7.      Was haben Sie bis zur Wahl vor?

Weiterhin die Menschen in Lokale zu treffen, da ich Lokalpolitiker bin.

 

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