Interview Lukas Matt

 Lukas Matt ist Landesgeschäftsführer der SPÖ Tirol. Im Vorhinein der Landtagswahl hatten wir die Möglichkeit mit ihm ein Interview zu führen.

Foto: SPÖ Landeck


Warum sollte man die SPÖ als Jugendlicher wählen?

Besonders die Jugend durchlebt eine Abfolge von Krisen. Angefangen vom Klimawandel, dann Covid und jetzt noch die Teuerung. Dazu noch das ständig teurer werdende Wohnen. Mit normalem Bildungsweg und Job kann sich ein junger Mensch heute nichts mehr leisten. Ein Einfamilienhaus in Tirol – unleistbar. Wir als SPÖ setzen uns auf allen Ebenen für leistbares Wohnen ein. Wir machen keine Klientelpolitik, sondern machen uns für die Jugend stark.

Was sind die größten Herausforderungen der Gesellschaft zum einen und der Jugendlichen zum anderen für die Zukunft?

Erstens das Wohnen. In Tirol wird es auch bei jungen Familien zur existenziellen Frage. Zweitens quillt der Verkehr in Tirol über. Drittens eine Transformation des Wirtschaftssystems. Die derzeitige Situation zeigt, dass sich der Markt nicht selbst reguliert. Es brauch staatliche Eingriffe, besonders durch den Bund. Da stehen wir mit unseren Genossen zusammen.

Ad Verkehr: In Wien wird der Lobautunnel gebaut. In diese Richtung würde die SPÖ in Tirol das Problem nicht angehen?

Aus Sicht der Wiener SPÖ würde durch den Lobautunnel ein neuer Stadtteil erschlossen werden und dadurch wird mehr Lebensqualität und Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt geschaffen. Mit Tirol nicht vergleichbar. Jedoch haben wir in Tirol mit dem Brenner die zweitmeistbefahrene Autobahn Österreichs. Mit Bahntunnel am Brenner und am Fernpass wären die Öffis wirklich attraktiv, der Innsbrucker Arbeitsmarkt wird erweitert und Innsbrucker haben Zugang zu billigeren Grundstücken.

Was ich damit gemeint habe: Zubetonieren für mehr Straßen oder mehr öffentlicher Nahverkehr?

Zubetonieren darf es auf gar keinen Fall sein. Der Fernpass darf nicht erweitert werden. Jeder zusätzlicher Quadratmeter zieht den Autoverkehr an. Da fordern wir eine Tunnellösung. In Wien würde aber durch die Straßenverbindung ein Stadtteil erschlossen werden. Da muss man natürlich abwägen. Michael Ludwig ist politisch wiff genug, dass er sich richtig entschieden hat.

Wir haben über die größten Herausforderungen gesprochen. Welche Sofortmaßnahmen würde die SPÖ treffen, wenn Sie in die Regierung kommt?
Sofortmaßnahmen: Beispielsweise eine saftige Besteuerung von brachliegenden Flächen, die für den Bau gewidmet sind, aber nicht bebaut sind. Damit man da eine Mobilisierung dieser Grundstücke reinbringt und dementsprechend das Wohnen speziell für Junge wieder leistbar wird.

Welchen Teil der Gesellschaft vertreten Sie in die Politik?

Die SPÖ ist eine Sammelpartei. Wir wollen für alle ein modernes Tirol schaffen. Aus unserer Tradition heraus ist unser erstes Ziel die Arbeiterschaft. Auch haben wir ein junges und engagiertes Team, mit denen wir auch für junge Menschen ein gutes Angebot haben.

Was ist die Rolle der SPÖ in der Demokratie?

Wir waren einst ein staatstragendes Element, durchaus gemeinsam mit der ÖVP. Jedoch halten wir die Demokratie hoch und verteidigen sie. Bei der ÖVP, speziell der türkisen ÖVP unter Sebastian Kurz war das zum Schluss nicht mehr in dem Maße der Fall. Wir sind als älteste Partei Bewahrer von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Man hört ja immer wieder von Korruption in Österreich. Was würden Sie gegen die Korruption in Österreich machen?

Wir haben in der letzten Landtagssitzung ein Spendenannahmeverbot für Parteien beschlossen. Dadurch werden Parteien von Großspendern, wie man sie in der Vergangenheit besonders bei der ÖVP gesehen hat, unabhängig. Alle Landtagsparteien gemeinsam, Regierung und Opposition, haben eine Wahlkampfobergrenze von 700.000€ beschlossen. Das zeigt wie konstruktiv man manchmal sein kann, auch wenn alle zusammenarbeiten.


Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Schilling: "weil am Ende geht's um die Welt von morgen, die wir heute verhandeln und dort haben wir ein saying"

Interview mit Alexander Gamper: "das wichtigste ist dass es eine friedliche Zeit ist und die friedliche Zeit auch auf der ganzen Welt ist und nicht nur bei uns hier."

Kurzrezension Moriarty The Patriot #1