Interview Gerhard Köfer
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Gerhard Köfer ist Spitzenkandidat der Partei Team Kärnten für die Landtagswahl Kärnten 2023. Im Vornhinein der Landtagswahl konnte ich mit ihm ein Interview führen.
1.
Zuerst würde ich gerne ein bisschen was über
Ihre Person erfahren: Was sind Ihre Pläne als Politiker und als Privatperson
für 2023?
2023 als Privatperson, dass
ich gesund bleibe, dass ich bei meinem sportlichen Hobby Fußball nach wie vor
so aktiv sein darf, wie ich es die vergangenen Jahre war. Ich wünsche mir
beruflich, dass wir mit dem Team Kärnten, einem viel stärkeren Team Kärnten als
bisher, auch die Kärntner Politik noch entscheidender mitbestimmen können. Es
gibt so viele Projekte, Stellschrauben, die wir zu drehen haben. Da wollen wir
ein Faktor werden, der es uns wiederum erlaubt, bestimmte Projekte
mitzugestalten.
2.
Was würden Sie als Ihren bisher größten Erfolg bezeichnen?
Meine größten Erfolge sind
sicher meine beiden Kinder, Nico und Fiona.
Politisch ist es sicher die Gründung eines Teams,
das sich in Kärnten etabliert hat und wo wir mittlerweile zehntausende von
Kärntner*innen mitnehmen dürfen.
3.
Warum sind Sie Politiker geworden? Wollten Sie
schon immer Politiker werden?
Ich wollte als Kind immer
Gendarmeriebeamter werden, hab mir den Wunsch dann auch erfüllt und bin
Gendarmeriebeamter geworden. Politiker war eigentlich gar nicht auf meiner
Agenda. Ich hab dann mit 14 Jahren im Schloss Porcia die Ahnengalerie gesehen
und gefragt, wie man dort ein Bild bekommt. Dann hat der Hausmeister gesagt,
dass man dafür Bürgermeister werden muss. Dann habe ich gesagt, ok, machen wir
das und dann hat sich das so ergeben.
4.
Haben Sie konkrete Ziele für die Landtagswahl?
Natürlich. Wir wollen uns
verdoppeln. Das wären dann an die 12 Prozent. Wir sind zumindest, was die
Umfragen betrifft, auf dem richtigen Weg. Die Leute mögen uns und der Zuspruch
der Bevölkerung zu dieser Bewegung ist durchwegs positiv.
5.
Als nächstes möchte ich gerne mit Ihnen über ein
paar politische Themen sprechen: Was sind Ihre Maßnahmen gegen die Inflation
allgemein und den Bierpreis im Speziellen?
Gegen die Teuerung kann man
nur vorgehen, indem man direkte Hilfen an die Bevölkerung gibt, und zwar an all
jene, die es brauchen und nicht mit der Gießkanne. Dieses Gießkanneprinzip
sollte man nicht anwenden. Stattdessen sollte man den Mittelstand entlasten und
vor allem diejenigen, denen es nicht gut geht. Das sind in Kärnten immerhin
100.000 Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind.
Der erhöhte Bierpreis ist
vermutlich bedingt durch die erhöhten Energiepreise. Das ist Sache der
verschiedenen Anbieter.
6.
Wie kann man dem Personalmangel in Österreich
ohne Zuwanderung entgegenwirken?
Es kann nicht ohne
Zuwanderung gehen. Im Gegenteil, wir werden eine qualifizierte Zuwanderung
brauchen. Wir werden Menschen benötigen, die ein Handwerk erlernt haben oder
ein Studium absolviert haben, im Bereich der Medizin, der Technik, der IT. Ohne
diese Leute wird es nicht mehr gehen. Dazu ist Österreich nicht in der Lage,
die Zukunft alleine mit eigenen Mitarbeitern zu gestalten. Das hat sich
verändert. So glaube ich, dass wir uns in Konkurrenz mit anderen Staaten
befinden werden, mit den skandinavische Ländern, Deutschland, Belgien,
Niederlande. Das wird die Situation schon relativ bald sein.
7.
Wie wollen Sie die Situation der
Arbeitnehmerschaft verbessern? Wäre hier ein Mindestlohn nach burgenländischem
Vorbild von 10€/Stunde?
Die Mindestlohndebatte gibt
es, seit ich Politik mache. Und das sind schon einige Jahrzehnte. In Kärnten
gibt es jetzt in den öffentlichen Stellen einen Mindestlohn, das hat man hier
geschafft, das haben wir auf den Weg gebracht. Der Anreiz Vollzeit zu arbeiten,
muss gegeben sein, das ist ganz, ganz wichtig. Das ist aber eine Sache der
Sozialpartner. Und 10€ Mindestlohn ist heute schon fast zu wenig. Da ist viel
zu tun. Dazu ist auch die Bundesregierung gefordert. Wenn sich da aber nichts
bewegt, dann muss man die steuerliche Entlastung in die Hand nehmen. Leider
wird „mehr Netto vom Brutto“ nicht ehrlich diskutiert und angegangen. Bis dato
bewegt sich auf diesem Sektor wenig bis gar nichts.
8.
In der Politik hört man immer wieder von
unehrlichen Machenschaften und Korruption. Welche Maßnahmen würden Sie dagegensetzen,
wenn Sie in Regierung kämen?
Ich war schon in der
Regierung und hab in der Regierung als einziges Regierungsmitglied der
Geschichte ein Ethikgütesiegel bekommen, weil meine Abteilung, damals die
Straßenbauabteilung, in der Vorzeit nicht skandalfrei war. Aber wir haben es
geschafft. in meiner Zeit all die Korruptionsvorwürfe, die es gegeben hat,
auszuräumen. Im Gegenteil, wir haben viele Schritte gesetzt, damit Korruption
völlig ausgeschlossen bleibt. Natürlich handelt es sich immer um Menschen. Und
Menschen sind auch irgendwie nicht davor gefeit, Verlockungen zu widerstehen.
Ich habe es bewiesen, auch in Spittal an der Drau gibt es nicht einmal den
Ansatz der Korruption in meinem Rathaus. Am besten sollte man das Amtsgeheimnis
abschaffen und damit die Transparenz erhöht.
9.
Neulich haben chinesische Wissenschaftler
herausgefunden, dass 2024 bereits das 1,5° Ziel überschritten werden kann. Mit
welchen Schritten kann man Ziel trotzdem einhalten? Kann man das Ziel
trotzdem einhalten?
Das ist die nächste verlogene
Geschichte. Da fliegen Staatschefs aus aller Welt zusammen nach Ägypten und
setzen sich hin, um über die Klimaziele zu diskutieren, nach Hause zu fahren
und nicht einmal den Ansatz der Hausaufgaben zu erledigen, wenn man sich da die
großen Nationen wie China, Russland, USA und Indien anschaut. Dann halte ich
das für sehr ehrgeizig, wenn Österreich sich einbildet, das Klima zu retten.
Das werden wir nicht schaffen, schon gar nicht in Kärnten. Da müssen wir mit
erneuerbarer Energie arbeiten, das ist gar keine Frage. Wir wollen da unsere
Hausaufgaben erledigen. Es muss die Effizienz gesteigert werden, da gibt es
verschiedene Zugänge. Davon ist die technische Effizienz der bestehenden
Wasserkraftwerke zu erhöhen. Es geht nur mit Innovation. Es wird da aber nichts
nützen, wenn man sich fast militant irgendwo auf die Straße setzt. Das
beeindruckt offenbar die Leute auch nicht. Diese Menschen mögen hehre Gründe
haben. Wir in Österreich sollen uns nicht so in den Vordergrund spielen, sondern
die Hausaufgaben machen.
a.
Man muss aber auch dazu sagen, dass wir in
Österreich einen deutlich höheren Co2 Ausstoß pro Kopf haben, als China, Indien
oder Russland.
Das mag schon sein, aber die
Bevölkerungsdimensionen sind andere. Wir haben neun Millionen, andere
beispielsweise Milliarden. Unser CO2-Ausstoß betrifft weltweit 0,22 %. Die
werden nicht die Welt retten, aber den Beitrag leisten. Die Bemühungen, die es
gibt, sind ok, aber nicht über die Preisgestaltung, dass man den Benzinpreis
unleistbar macht. Da bestraft man die Pendler und all jene, die auf ein Auto
angewiesen sind. Man wird sich aber auch mit einem E-Auto das Klima nicht
retten können, das ist der falsche Zugang. Die Produktionsweise kennen wir ja.
Bis zum Entsorgen dieser Fahrzeuge ist es durchwegs ein Problem und wir haben
den Strom dafür auch nicht. Das muss man auch dazu sagen. Es sind so viele
Probleme. Grundsätzlich geht es nur gemeinsam. Nur Wirtschaft und Klimaschutz,
nicht Wirtschaft oder Klimaschutz. Da muss man sich dann schon dafür einsetzen,
dass beides möglich ist.
10.
Was ist
das größte Projekt, das Sie im Kärntner Landtag umsetzen wollen?
Gute Frage. Im Kärntner Land
gibt es viele Projekte, die man umsetzen muss. 100.000 Menschen sind in Kärnten
von Armut betroffen. Diese Armut zu lindern, zählt zu meinen Hauptaufgaben. Das
Transparenzgesetz für Kärnten ist das nächste. Bei der Schuldenentwicklung
fahren wir sehenden Auges gegen die Wand. Wir haben 2025 die Grenze von fünf
Mrd. Euro Schulden erreicht. So kann es in Wahrheit nicht weitergehen. Das ist
nicht enkelfit gedacht, das wollen wir auch angehen.
11.
Was ist die Rolle von Team Kärnten in der
Demokratie?
Wir sind längst Aufdecker
geworden, auch viele unangenehme Dinge haben wir aufgezeigt und wir sind zum
moralischen Gewissen der Kärntner geworden. Ein frischer, neuer Wind in der
Kärntner Innenpolitik. Die Leute schätzen das. Wir sind mutig, unabhängig,
ehrlich und auch sehr kompetent. Wir sind nicht links, wir sind nicht rechts.
Wir sind die politische Rettungsgasse der Mitte. Wir haben viele Unterstützer
von den Grünen, der SPÖ, der ÖVP und auch der FPÖ. Bei uns ist es so, dass wir
nicht den Kampf Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber sehen. Wir haben einen anderen
Zugang. Sozial ist nicht, der das Geld verteilt, sondern sozial ist der, der
dafür sorgt, dass das Geld da ist zum Verteilen. Das unterscheidet uns von den
politischen Lagern.
12.
Zum Schluss will ich mit Ihnen noch über ein
paar Jugendthemen sprechen: Was ist Ihrer Meinung nach das größte Problem von
Jugendlichen? Wie entgegnen Sie dem politisch?
Das Problem der Jugendlichen
ist ganz unterschiedlich gestaltet. Wenn man sich in der Jugend qualifiziert
und studieren geht, kommen die meisten Jugendlichen nicht mehr zurück. Was uns
fehlt ist auch eine technische Universität und eine medizinische Ausbildung.
Bei den handwerklich begabten Jugendlichen sollte man die duale Ausbildung,
Lehre mit Matura oder Lehre nach Matura fördern. Das müsste noch einfacher
gestaltet werden. Die Wertigkeit des Handwerks muss gesteigert werden, die
Lehrlinge müssen motiviert sein. Auch mit einem Gehalt, das erlaubt, eine
Familie zu gründen und ein Haus zu bauen. Das war in der Vergangenheit nicht
immer so. Es waren viele, viele junge Leute auch gezwungen etwas anderes zu
tun. Die Jugend selbst, jeder einzelne hat sein Schicksal auch selbst in der
Hand. Jeder Jugendliche hat Vorbilder, denen man nacheifert. Aber da ist die
Politik nicht dabei.
13.
Warum sollte man als Jugendlicher Team Kärnten
wählen?
Das ist leicht erklärt. Denn wir
sind nicht in irgendwelchen Ideologien verwurzelt. Wir sind ein frisches Team,
ein junges Team. Wir haben die Wertschätzung gegenüber jeder Altersgruppe
hervorgehoben. Wir unterscheiden nicht zwischen Jung und Alt, Hautfarbe,
Religion oder sonstiger Stellung. Bei uns gibt es ein Angebot unabhängiger
Menschen, die sich zur Verfügung stellen, das System zu verändern. Wir haben
neue Ideen, wir beziehen die Jugend stärker mit ein, auch mit einer sehr
starken Jugendarbeit. Diese Generationsgerechtigkeit wird bei uns gelebt.
14.
Wie kann man Jugendliche mehr für die Politik zu
begeistern? Wäre hier eine Direktwahl der LSV und BSV eine Möglichkeit, dies zu
unterstützen?
Das glaube ich weniger. Die
LSV wird dann wieder politisiert. Man bekommt schon relativ früh einen
politischen Touch, den man vielleicht im Laufe des Lebens nicht mehr haben
möchte. Man sollte sich selbst orientieren, selbst seine Entscheidungen
treffen, aber auch flexibel sein. Wenn ich einmal der sozialistischen Jugend
beigetreten bin, kann ich mich immer noch umorientieren. Mein Slogan früher war
„Mitmischen statt auslöffeln“. Dass man versucht seine Ideen umzusetzen, bei
welcher Bewegung man auch immer dabei ist. Ein junger Mensch sollte sich aus
dem vorhandenen Angebot das Beste rausziehen, auf Augenhöhe mit der Politik.
Vielen Dank fürs Interview!

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